Pogatschen

Die klassischen Kartoffel- und Griebenpogatschen, wie wir sie zubereiten.

Die Pogatsche zählte in den von Ungarn bewohnten Landstrichen immer zu den beliebtesten Backwerken. Viele Märchen beginnen damit, das der kleine Held sein Säcklein mit kleinen, in der Asche gebackenen Pogatschen füllt und in die Welt zieht. Trotzdem wurde die Pogatsche erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein richtiger Star. Zuerst tauchte sie bei langen Gewerkschaftssitzungen auf den braun-rot gedeckten Verhandlungstischen auf, serviert auf weißen Tellerchen. Der Haufen Pogatschen war Sinnbild der Gemächlichkeit, der häuslichen Wärme und nicht zuletzt unserer stolz ertragenen Armut. Sie hat sich schnell verbreitet. In der Glanzzeit des Sozialismus durfte sie auf keiner Aktivistenversammlung der Partei, keiner Führungsberatung, Regierungssitzung, keinem Frauentag, Abend mit Freunden, keiner Party, keinem Jagdessen und in keiner Gaststätte zum Bier fehlen. Die Pogatsche mag jeder und doch gibt es kein allgemein anerkanntes Rezept. Es gibt ebenso viele Rezepte wie Hausfrauen, Bäckereien, Konditoreien oder Gaststätten.
In der Konditorei Ruszwurm gibt es nur solche mit Butter und Kartoffeln, Grieben, Kraut, Käse und Kefir und Schafskäse. Die Jury für unsere Pogatschen sind all die, die in aller Frühe einkehren, die um 6 Uhr morgens an die Tür der Backstube klopfen und die Konditoren bitten, den Tag doch mit dem Backen von Pogatschen zu beginnen. Es sind die Freunde der Nacht, die in jedem geschichtsträchtigen Stadtviertel Europas zugegen sind, die Taxifahrer, Polizisten, Barmänner und andere ermüdete Schmetterlinge.

Ruszwurm Konditorei
1014 Budapest
Szentháromság u. 7.

der Besitzer:
Szamos Miklós
Die Geschäfsfürerinnen:
Erika Nedoba
6
die leiter Konditoren:
Péter Ozsvalt